Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Aktion Grundwasserschutz

Die Durchwachsene Silphie als mögliche alternative Energiepflanze

Gelb blühende Staudenpflanzen auf einem Feld. Nicht nur optisch ansprechend – die Durchwachsene Silphie

Auf der Suche nach einer mögliche Alternative zum Energiemaisanbau wurde im vergangenen Jahr im Wassereinzugsgebiet Mannersdorf bei Zeilarn ein Anbauversuch gestartet. Zwei Landwirte bauen auf Sieben Hektar die Durchwachsene Silphie zur Weiterverwertung in der Biogasanlage an. Im Rahmen der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ werden sie gefördert und begleitet von der Regierung von Niederbayern, dem Zweckverband Wasserversorgung Rottal und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Pfarrkirchen.

Die mehrjährige Staudenpflanze, auch Becherpflanze genannt, bietet viele Vorteile gegenüber dem Energiemaisanbau:

  • Lange Lebensdauer (15 – 30 Jahre)
  • Langandauernde Bodendeckung (Erosionsschutz, Humusaufbau, Wasserhaltevermögen)
  • Ab dem 2. Jahr keine Bodenbearbeitung und Pflanzenschutzmaßnahmen (Herbizide) mehr erforderlich
  • Lebensraum für viele Insekten und andere Tierarten
  • Lange Blühzeit (Juli – September)
  • Trockentoleranz durch tiefe Bodendurchwurzelung (bis 2 m)
  • Besseres Wasserhaltevermögen und höhere Wasseraufnahme des Bodens
  • 30 % weniger N-Bedarf im Vergleich zu Mais
  • Hohes N-Aneignungsvermögen reduziert ganzjährig den N-Gehalt im Boden
  • Gut geeignet für Wasserschutzgebiete.

Mit dem Anbau der Durchwachsenen Silphie kann eine dauerhaft reduzierte Düngung der im Einzugsgebiet des Brunnens Mannersdorf liegenden Äcker erreicht werden.
Dafür haben Wasserversorger und Landwirte Kooperationsverträge abgeschlossen.

Rückseite eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges, ein sogenanntes Einzelkornsägerät. Mit einem Einzelkornsägerät werden die Silphie- und ggf. Mais-Samen ausgebracht

Die Vorteile für den Wasserversorger liegen auf der Hand. Durch den Anbau der Durchwachsenen Silphie wird bereits im Vorfeld einer möglichen Grundwasserverunreinigung durch übermäßige Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vorgebeugt.

Aber auch für die Landwirte bringt der Anbau durchaus einen Gewinn. Die etwas geringere Energieausbeute wird durch verschiedene Punkte nahezu ausgeglichen. Die durchwachsene Silphie wird einmal angebaut und eventuell nachgesät. Um den Ernteverlust im ersten Jahr gering zu halten, kann zusätzlich in jeder zweiten Reihe Mais mit angebaut werden. Bereits im darauffolgenden Jahr erreicht die durchwachsene Silphie dann eine Höhe von 1,8 bis 3,0 Meter.

  • Der Ertrag liegt in etwa auf dem Niveau von Silomais.
  • Der Boden muss nicht mehr bearbeitet werden.
  • Eine erneute Ansaat ist nicht nötig, da die Durchwachsene Silphie immer wieder nachwächst.
  • Die Ernte kann zusammen mit dem Silomais, Ende September, erfolgen.
  • Pflanzenschutzmittel sind nach dem ersten Jahr nicht mehr erforderlich.
  • Mehrmalige arbeitsintensive und kostenverursachende Maßnahmen, über das Jahr gesehen, werden eingespart.

Durch das Projekt und die Auswertung sowie Verbreitung der Ergebnisse erhofft man sich weitere Landwirte von dieser Energiepflanze zu überzeugen.

Detaillierte Informationen zur Durchwachsenen Silphie

Für Auskünfte zum Anbauversuch in Niederbayern wenden Sie sich bitte an:

Regierung von Niederbayern

Sachgebiet 52 – Wasserwirtschaft
Regierungsplatz 540
84028 Landshut

Telefon: 0871/808-1446
E-Mail: Reimund Neumaier