Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Aktion Grundwasserschutz

Lage der Grundwasserstände im Dezember 2019

Bild vergrössern Der Niedrigwasserinformationsdienst stellt zahlreiche Karten wie zum Beispiel die Karte der Stände des Grundwassers und der Quellschüttungen zur Verfügung

Nach wie vor liegen die Grundwasserstände in weiten Teilen Bayern unter den für diese Jahreszeit üblichen Mittelwerten. So weisen bayernweit etwa 58 % der oberflächennahen Grundwassermessstellen derzeit niedrige oder gar sehr niedrige Grundwasserstände auf (Gesamtzahl der Messstellen: ca. 400). Einzelne Messstellen zeigen sogar neue Niedrigstwerte. Im Vergleich zum November 2019 stellt die aktuelle Situation eine geringfügige Verschärfung der Niedrigwassersituation dar: der Wert lag damals bei 48 %.

Grund für die insgesamt niedrigen Grundwasserstände sind neben der aktuellen Witterung noch die Nachwirkungen der vergangenen Trockenjahre seit 2014 sowie die generell verringerte Grundwasserneubildung seit inzwischen 17 Jahren. Der November 2019 fiel bayernweit zu trocken aus. So betrug die Niederschlagsmenge Nordbayerns mit 52 mm nur 77 % des langjährigen Mittels, in Südbayern mit 51 mm gar 64 %. Hinzu kam, dass der November den sechsten, aufeinanderfolgend zu warmen Monat markierte. Die Niederschläge zu Beginn des Dezembers reichten für Entspannung der Grundwasserstände nicht aus.

Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Bayerischen Landesamts für Umwelt stellt hierzu weitere Informationen und Details bereit. Interessierte Leser können sich so nicht nur über Niederschläge und Grundwasserstände informieren, sondern finden neben einem umfassenden Lagebericht auch Wissenswertes zu Seen und Speichern, der Gewässerqualität und Abflussmengen von Fließgewässern.

Dem Schutz des Grundwassers kommt gerade in Trockenzeiten eine wichtige Rolle zu. Die Verdünnung von Verunreinigungen ist bei niedrigen Grundwasserständen stark vermindert. Somit werden Düngemittel und dadurch Nitrat, Unkraut-Vernichtungsmittel, Schädlings-Bekämpfungsmittel oder ähnlich bereits in sehr kleinen Mengen problematischer, als sie es ohnehin bereits sind. Deshalb sollten wir auf die Nutzung dieser und vergleichbarer Stoffe möglichst verzichten. Auch wenn bisher die Versorgung mit Trinkwasser bayernweit nicht gefährdet ist, erinnern uns Trockenperioden und niedrige Grundwasserstände daran, umsichtig und nachhaltig zu handeln und das Grundwasser bestmöglich zu schützen.